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Starke Leistung

Heufurt feiert seine neuen Kirchenglocken – 220-Seelen-Gemeinde sammelte in einem Jahr über 50.000 Euro für das Projekt

Es war eine Hiobsbotschaft, die am 18. Februar 2025 die Filialgemeinde Sankt Jakobus der Ältere in Heufurt (Landkreis Rhön-Grabfeld) traf: Das Geläut der örtlichen Kirche wies Materialrisse auf. Nach jahrzehntelangem Dienst und mehrfachem Drehen der Glocken stellte Pfarrer Manuel Vetter, Glockensachverständiger des Bistums Würzburg, irreparable Schäden fest. Zwei der vier Glocken mussten aus Sicherheitsgründen umgehend stillgelegt werden. Doch statt auf eine elektronische Tonanlage auszuweichen, bewies die kleine Rhöner Dorfgemeinschaft beeindruckenden Mut und bewältigte in Rekordzeit ein beispielhaftes Spendenprojekt. 

„Ein dauerhafter Zustand ohne vollständiges Geläut war für uns hier in Heufurt nicht denkbar“, betont Kirchenpfleger Christian Müller. Deswegen habe die Kirchenverwaltung noch im Februar 2025 beschlossen, andere Glocken zu beschaffen – „mit mehr Mut und Gottvertrauen als barem Geld“. Manuel Kümmeth, Verwaltungsleiter im Pastoralen Raum Mellrichstadt und ehrenamtlich engagierter Heufurter, übernahm als Projektkoordinator das Heft des Handelns. Ein besonderer Glücksfall und viel persönliches Engagement ebneten schließlich den Weg zur Lösung.

Auf der Suche nach bezahlbarem Ersatz stieß Kümmeth im Internet auf die sogenannte „Glockenbörse“ – eine spezialisierte Plattform für gebrauchte Kirchenglocken. Dort wurde er fündig: Das angebotene Geläut stammte aus der abgebrochenen evangelischen Bodelschwinghkirche im Hannoveraner Stadtteil Ledeburg. Nach eingehender fachlicher Begutachtung und statischer Prüfung für den Heufurter Kirchturm stand fest, dass die Glocken perfekt passen. Die schadhaften alten Glocken wurden 1949 aus Weißbronze hergestellt. „Vermutlich auch mit dem Hintergedanken, dass bei diesem Material, anders als bei den Bronzeglocken, die in den beiden Weltkriegen zuvor abgenommen und zur Geschützherstellung verwendet wurden, keine Gefahr in dieser Richtung besteht“, sagt Kümmeth.

Die Entscheidung erwies sich als vollkommen richtig: Innerhalb von nur zwölf Monaten sammelte die knapp 220 Katholiken zählende Gemeinde über 50.000 Euro an Spenden. Fast jeder Haushalt im Ort sowie zahlreiche Unterstützer aus der Umgebung beteiligten sich finanziell. Um diese Summe aufzubringen, legte sich das ganze Dorf ins Zeug: Bei Bewirtungsaktionen wie der BR-Radltour im Freilandmuseum Fladungen, Seniorennachmittagen sowie zahlreichen kleinen Festen wurden Einnahmen für das Projekt generiert. Die reinen Anschaffungskosten der Glockenkörper belaufen sich auf 44.110 Euro; eine etwa gleich hohe Summe für Montage und Turmumbau wird durch die Diözese bezuschusst. Gemeindereferentin und Ortsbeauftragte Michaela Köller ist begeistert vom Engagement vor Ort: „Es ist total toll, wie alle zusammenhalten. Was die Dorfgemeinschaft im Vorfeld und beim Festaufbau geleistet hat, ist wirklich einzigartig.“ 

pow/red

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